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Dürfen / müssen wir Jesus anbeten?

Müssen wir Jesus anbeten?

Warum viele mit «Nein!» antworten…

Zeugen Jehovas und Muslime betonen es mit Nachdruck: «Es ist total falsch, dass man Jesus anbetet! Nur Gott allein darf angebetet werden!» Dabei verweisen sie oft auch auf eine Aussage von Jesus selbst. Nachdem nämlich der Teufel zu Jesus gesagt hat «Dies alles [alle Reiche der Welt] will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest!» (Matthäus 4,9), antwortete ihm Jesus Folgendes: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, [allein] anbeten und ihm allein dienen!» (Matthäus 4,10).1An welche alttestamentliche(n) Stelle(n) sich Jesus anlehnt, ist umstritten; ich meine, es ist Ex 23,24-25. Das erste «allein» steht zwar nicht im Text, ist aber von Jesus durch die Zurückweisung des Teufels und durch die Parallelsetzung von «anbeten» mit «allein dienen» klar mitgedacht.

Das griechische Wort für «anbeten» ist «proskünein», was wörtlich «sich vor jemanden (verehrend) niederwerfen» bedeutet und im Alten Testament vor allem für das hingegebene Anbeten des wahren Gottes2Siehe z. B. 1.Mose 22,5; 24,26.48; 2.Mose 4,31; 5.Mose 26,10. oder von anderen «Göttern» verwendet wird.3Siehe z. B. 2.Mose 20,5; 23,24; 32,8; 34,14; 4.Mose 25,2; 5.Mose 4,19; 8,19; 11,16. Dass man sich (verehrend) vor einem anderen Gott niederwirft, wird im Alten Testament immer wieder mit aller Deutlichkeit verboten.4Siehe z. B. 2.Mose 20,5; 23,24; 34,14; 3.Mose 26,1.Und auch Jesus weist die Aufforderung des Teufels, niederzufallen und sich vor ihm verehrend niederzuwerfen, vehement zurück: «Allein vor Gott soll man sich verehrend niederwerfen!».

Jesus liess es zu, dass Leute ihn «angebetet» haben!

Jetzt ist es sehr interessant, dass sich mehrfach Menschen verehrend bzw. anbetend vor Jesus niedergeworfen haben (dabei wird auch immer das Wort «proskünein» gebraucht). Die ersten, die sich vor Jesus verehrend niedergeworfen haben, waren die «Weisen aus dem Morgenland» (Matthäus 2,11). Jetzt könnte man sagen: «Jesus war damals noch ein Baby und konnte die nur Gott gebührende Verehrung, die ihm entgegengebracht wurde, nicht zurückweisen!». Ok. Aber was ist mit zahlreichen Fällen, wo sich Menschen vor dem erwachsenen Jesus «verehrend niedergeworfen» haben (siehe z. B. Matthäus 14,33; 28,9.17; Lukas 24,52; Johannes 9,38)? Nie hat Jesus gesagt: «Ihr dürft euch alleine vor Gott verehrend niederwerfen!» Nachdem Jesus auf dem Wasser gelaufen und zu den Jüngern ins Boot gestiegen war und den Sturm gestillt hatte, warfen sich seine Jünger vor Jesus nieder und sprachen: «Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!» (Matthäus 14,25-33). Was sagt Jesus? Nichts! Er lässt diesen Akt der Anbetung einfach stehen.

Die «Anbetung» Jesu ist von Gott gewollt!

Als sich der römische Hauptmann Kornelius vor Petrus niederwarf, richtete er ihn sofort auf und sagte: «Steh auf! Auch ich bin ein Mensch.» (Apostelgeschichte 10,25-26). Sogar ein mächtiger Engel lehnte es vehement ab, dass der Apostel Johannes sich anbetend vor ihm niederwirft, indem er sagte: «Nicht! Ich bin dein Mitknecht… Bete Gott an!» (Offenbarung 19,10; 22,8-9). Warum lehnte es Jesus nicht ab, dass Menschen sich vor ihm niederwarfen? Warum liess er sich verehren bzw. anbeten? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil er wusste, dass Gott, der Vater, es so wollte. Jesus sagt es in Johannes 5,22-23 deutlich:

«Gott, der Vater, richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.»

Dass die Anbetung Jesu in der Vergangenheit, Gegenwart und aller Zukunft von Gott gewollt ist, zeigen z. B. auch folgende Bibelstellen:

«Und … ich [Johannes] hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten; und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende, die mit lauter Stimme sprachen: Würdig ist das Lamm [= Jesus Christus5Siehe z. B. auch Johannes 1,29.36; Apostelgeschichte 8,32-35.], das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis. Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.»  Offenbarung 5,11-14

«Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.»  Philipper 2,9-11

Jesus ist (auch) Gott!

Aber ist das nicht ein krasser Widerspruch: Jesus lässt sich gottgewollt anbeten und gleichzeitig betont er: «Gott allein soll angebetet werden!»? Es ist nur dann ein Widerspruch, wenn man (wie z. B. die Zeugen Jehovas, die Muslime und neuerdings auch immer mehr Christen) es leugnet, dass Jesus nicht nur 100% Mensch6Siehe z. B. 1. Timotheus 2,5: «[E]iner ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus». ist, sondern auch 100% Gott. Dass Jesus wie der Vater eben doch (auch) «Gott» ist, betonen die neutestamentlichen Autoren z. B. an folgenden Stellen klar und deutlich:

  • Johannes 1,1: «Im Anfang war das Wort [nach Vers 14 meint es den Mensch gewordenen Jesus], und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.»
  • Hebräer 1,8: «Von dem Sohn aber spricht der Vater: ‘Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit…’7Siehe Psalm 45,7.»
  • 1.Johannes 5,20: «Dieser [= Jesus Christus] ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben8Dass Jesus Christus gemeint ist, liegt aus zwei Gründen auf der Hand: 1. Es liegt viel näher, dass sich das Demonstrativpronomen «dieser» auf den Letztgenannten im ersten Versteil bezieht, und das ist nicht «der Wahrhaftige» (Gott, der Vater), sondern «sein Sohn Jesus Christus»; 2. in 1.Johannes 1,1-2 wird Jesus explizit «das ewige Leben» genannt.

In Römer 10,13 identifiziert Paulus Jesus sogar mit Jahwe selbst. Er schreibt dort nämlich: «Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.» Mit «dem Herrn» meint Paulus unmissverständlich Jesus Christus (siehe Römer 10,9: «Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst…»; und siehe auch die Argumentation in Römer 10,10-12). Wichtig ist nun zu beachten, dass Paulus in Römer 10,13 aus der griechischen Übersetzung von Joel 3,5 zitiert. Aus dem Hebräischen übersetzt steht dort Folgendes: «Jeder, der den Namen Jahwes anrufen wird, wird errettet werden.» Mit anderen Worten: Paulus sieht in Jahwe (auch) Jesus, sonst würde er es nie und nimmer wagen, den Vers aus Joel 3,5 zu zitieren und auf Jesus zu übertragen.

Schon das Alte Testament zeigt: Gott «besteht» aus mindestens zwei Personen!

Schon von Beginn weg macht es Gott in der Bibel deutlich, dass er als der eine Gott aus mindestens zwei Personen «besteht», wenn er in 1.Mose 1,26 sagt: «Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild!».

Interessant ist dabei die Tatsache, dass im Alten Testament mehrmals der «Engel Gottes» bzw. «Engel Jahwes» mit Gott bzw. Jahwe gleichgesetzt wird.9Siehe z. B. 1.Mose 31,11-13 und Sacharja 3,1-3. Die eindrücklichste Stelle ist 2.Mose 3,1-6. Im zweiten Vers heisst es: «Da erschien ihm der Engel Jahwes in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.» In Vers 4-5 lesen wir dann: «Als aber Jahwe sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm GOTT mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose! Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Tritt nicht näher heran! Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden!»

Wenn man nun bedenkt, dass das hebräische Wort für «Engel» wörtlich zunächst einfach «Bote» bzw. «Gesandter» bedeutet, dann ist es kein Problem im «Engel Jahwes» Jesus zu sehen, der nach dem Neuen Testament kein eigentlicher Engel im Sinn eines von Gott geschaffenen Geistwesens ist, sondern der ewige, ungeschaffene Sohn Gottes bzw. Gott selbst. Und das Gesandter-Sein passt sehr gut zu der sehr häufigen Selbstbeschreibung Jesu in den Evangelien «Ich bin gesandt…».10Siehe z. B. Lukas 4,18.43; 9,48; 10,16; Johannes 3,17; 4,34; 5,23-24.30.

Jesus bekräftigt sein Gott-Sein!

Ja, Jesus hat selbst nie direkt gesagt: «Ich bin Gott!» Aber indirekt hat er es mehrfach bekräftigt und nie widersprochen, wenn jemand ihm das «unterstellt» hat.

So sagt er z. B. in Johannes 10,30: «Ich und der Vater sind eins!». Auf diese Aussage hin hoben die Juden Steine auf, um Jesus zu töten. Ihre Begründung lautete: «Du machst dich selbst zu Gott!» (Johannes 10,31-33).

Auch durch eine andere Aussage erzürnte Jesus die Schriftgelehrten einmal sehr. «Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!», sagte Jesus zu einem Gelähmten (Lukas 5,20). «Wer ist dieser, der solche Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben ausser Gott allein?», war die Reaktion der Leute (Markus 2,7), die die Aussagen des Alten Testaments gut kannten, dass die Vergebung der Sünden (nur) von Gott geschenkt wird.11Siehe z. B. 2.Mose 34,6-7; Psalm 130,4; Jesaja 43,25; 55,7.

Ein anderer indirekter Hinweis von Jesus, dass er Gott ist, sehen wir nach Ostern. Als der Apostel Thomas staunend vor dem auferstandenen Jesus steht und ruft: «Mein Herr und mein Gott!» (Johannes 20,28), weist Jesus ihn nicht als Gotteslästerer zurecht, sondern sagt: «Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!» (Johannes 20,29).

Klar: Auch wenn Jesus wie der Vater Gott ist, er unterordnet sich doch Gott, dem Vater, und seinem Willen. So sagt Jesus z. B. in Joh 14,28 «Der Vater ist größer als ich.» und in Johannes 5,30: «Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.».

Zusammenfassend können wir also sagen: Es ist nicht nur nicht verboten, dass wir Jesus anbeten, sondern sogar geboten. Jesus hat es deutlich gesagt: «Wer den Sohn nicht (so) ehrt (wie den Vater), ehrt den Vater nicht!» (Johannes 5,23).

Jesus wahrhaftig «anzubeten» geht nicht ohne praktischen Gehorsam!

Wer jetzt meint, dass Jesus anzubeten lediglich bedeutet, sich vor ihm verehrend niederzubeugen und/oder ihm irgendwelche herrlichen Worte zu sagen bzw. zu singen, täuscht sich gefährlich. Wichtiger als der Lobpreis mit den Lippen (der gut und wichtig ist), ist die Anbetung Jesu durch ein Leben, in dem man sich ihm hingibt und ihm ganz gehorcht.12Siehe z. B. Lukas 9,23-26; Johannes 3,36. Schon in 1.Samuel 15,22 lesen wir: «Hat der HERR [wirklich] so viel Lust an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer [und die sie begleitenden Gebete].» Wie sehr Jesus nicht nur am verehrenden Liebesbekenntnis mit Worten, sondern an Taten interessiert ist, hat er in Johannes 14,15 ausdrücklich gesagt: «Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten!».

So ist es auch kein Zufall, dass Jesus zu seinen sich vor ihm anbetend niederwerfenden Jüngern13Siehe Matthäus 28,17. sagt: «Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern … und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!» (Matthäus 28,19-20).

Jesus will sich denen offenbaren, die ihn momentan noch als Gott ablehnen!

Vor einiger Zeit traf ich auf der Strasse einen sehr gelehrten Muslim mit seiner Frau und Tochter. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass er eine Schrift verfasst hat, wo er mit Bibelstellen zu belegen versucht, dass Jesus nicht Gott ist und man ihn nicht anbeten soll. Ich fragte den Mann, ob jemand seiner Familie körperliche Schmerzen hatte. Er verwies auf seine Frau, die immer wieder Kopfschmerzen habe, auch aktuell. Ich durfte für sie im Namen von Jesus beten. Die Schmerzen waren sofort nach meinem kurzen Gebet zur Überraschung aller weg! Auch für die Tochter durfte ich beten. Und auch sie wurde von Jesus geheilt. Dann fing ich an, mit allen drei über das Evangelium und die Person Jesu zu reden. Am Schluss unseres Gespräches wollte ich dem Mann meine Karte gegeben, aber er wies sie zurück. Als ich nach dem Grund fragte, sagte er sinngemäss: «Ich will mich nicht weiter in Versuchung bringen!» Sein bisheriges Jesus- und Gottesbild hatte durch die Heilungen und meine Argumente offenbar angefangen zu wanken, und davor hatte er Angst.

Ist ein Umdenken auch bei dir dran? Dann lass es bitte zu. Jesus ist durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung nicht nur der einzige Weg zu Gott, dem Vater, der dich liebt. Jesus ist auch «der wahrhaftige Gott», der von dir angebetet werden möchte! Bitte entscheide dich, noch heute deine Knie (auch) vor Jesus zu beugen und umfassend Busse zu tun, bevor er es zu spät dafür ist!

Dr. Lukas Stolz