Manchmal bin ich sehr traurig! Traurig, dass wir Christen dem Hauptauftrag von Jesus oft nicht nachkommen. 

«Predigt das Evangelium!», hat Jesus nicht nur seinen 11 Aposteln befohlen (Markus 16,15), sondern indirekt auch uns. Denn in Matthäus 28,20 sagt Jesus zu den Aposteln, dass sie alle (!) Gebote, die er ihnen gegeben hat, den zukünftigen Jüngern aus allen Völkern lehren sollten, dass auch jene die Gebote umsetzen.

Dass wir Christen aufgrund von Scham oder fehlender praktischer Zurüstung durch die Kirchen unseren Mitmenschen die gute Nachricht über Jesus als dem einzigen Weg zu Gott oft verschweigen, ist die eine Not.

 

Viele predigen nur ein halbes Evangelium!

Die andere Not ist: Wenn wir Christen den Mund doch einmal öffnen, dann geben wir sehr oft nur ein halbes Evangelium weiter, das keinen Menschen wahrhaftig zu einem Jünger Jesu macht und rettet. «Gott liebt dich!», «Jesus will dir deine Sünden vergeben!», «Lade Jesus ein, in dein Leben zu kommen!». Das ist alles wahr. Aber es ist nicht alles, was wir Christen predigen sollen. «Im Namen des Christus muss Busse zur Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen!», hat Jesus betont (Lukas 24,47).

 

Ein Hauptteil des vollen Evangeliums ist der Ruf zur Busse

Jesus sagt also in Lukas 24,47: Das rettende Evangelium, das von allen Jüngern aller Zeiten gepredigt werden muss (!), beinhaltet zu einem grossen Teil den Ruf, Busse zu tun.

Dieser Ruf soll ein Aufruf zum Bereuen der Sünden und ein Aufruf zum Verändern(-lassen) des sündigen Denkens und Handelns sein.[1] Letztlich geht es um den herausfordernden Ruf, das alte, sündige, selbstbestimmte Leben ganz aufzugeben und fortan nur noch Gott und seinem Sohn Jesus zu dienen.[2] Darum verknüpft Petrus (als unser evangelistisches Vorbild!) den Ruf zur Busse mit dem Ruf zur Taufe (Apostelgeschichte 2,38). Denn die wahre Taufe bedeutet das willentliche Sterben und Auferstehen mit Jesus, das uns aus der Herrschaft der Sünde befreit, und zur Jesus-Nachfolge befähigt.[3] Diese Jesus-Nachfolge ist heilsnotwendig: «Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm!» (Johannes 3,36).

 

Wir müssen von "Sünde" und "Gericht" reden...

Damit unsere Mitmenschen Busse von ihren Sünden tun können, müssen wir mit ihnen in unseren evangelistischen Gesprächen darüber reden, was vor Gott «Sünde» ist, wie es Jesus und seine ersten Jünger getan haben.[4] Auch von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, dem kommenden Gericht und der Hölle sollen die Mitmenschen von uns hören[5], weil diese Dinge die Notwendigkeit bzw. die Dringlichkeit der Busse verdeutlichen. «Tut Busse!», hat Petrus den Menschen immer wieder zugerufen (Apostelgeschichte 2,38; 3,19). Auch Paulus war ein Prediger der Busse (Apostelgeschichte 14,15; 17,30; 20,21; 26,20). Möge Gott uns helfen, den beiden gleich zu werden, wie sie Jesus gleich waren (Matthäus 4,17).

 

... aber in Demut und mit Liebe!

Mein Gebet ist es jedoch auch, dass Gott uns hilft, nur so zur Busse aufzurufen, wie es Paulus getan hat, nämlich demütig flehend: «Bitte lasst euch versöhnen mit Gott!» (2.Korinther 5,20). Für alle unsere evangelistischen Bemühungen möge Gott uns wieder den «Schrecken des Herrn» offenbaren und unser Herz mit seiner Liebe füllen (2.Korinther 5,11.14), dass wir die Verlorenen eindringlich aber herzlich zur Busse aufrufen können und sodann erleben dürfen, wie Unzählige zu Jesus finden! Dies wird besonders auch dann geschehen, wenn unser Ruf nach Busse wie bei Jesus und seinen Jüngern von Taten bedingungsloser Liebe und von Zeichen und Wundern begleitet ist.[6]

Lukas Stolz

November 2016

 


[1]Zum Aspekt «Reue» siehe 2.Korinther 7,9-10 und Hebräer 12,17, zum Aspekt «Verändern» siehe Apostelgeschichte 26,20 und Hebräer 6,1.

[2]Apostelgeschichte 26,18-20; Römer 6,12-19; 1.Thessalonicher 1,9.

[3]Römer 6,3-11; Kolosser 2,11-12.

[4]Matthäus 15,19; Apostelgeschichte 3,13-15; 14,15; 17,29-30; 24,25; Römer 1,24-2,1; 1.Korinther 6,9-10; Galater 5,19-21.

[5]Matthäus 5,22.29-30; Apostelgeschichte 10,42; 13,46; 17,31; 24,25; Römer 1,18-3,23.

[6]Matthäus 4,17.23; 10,7-8; Markus 16,17-20; Apostelgeschichte 2,43-47; 3,1-4,4; 5,12-16; 8,6-12; 9,33-35; 9,36-42; 14,3-4; 19,11-20; 28,3-10; Röm 15,18-19.

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